













Zur Marienverehrungsstätte „Härtelwald“ Marpingen gehören heute die Marienkapelle, der Kreuzweg, die Quelle mit Andachtsstätte und das „Sühnekreuz“ am Exelberg.
Die Stätte wurde in den Jahren 2005 bis 2008 im Rahmen einer touristischen Erschließung des Härtelwaldes in weiten Teilen saniert und neugestaltet. Die Gemeinde Marpingen, die bei der Übernahme der Stätte im Jahre 2002 eine teilweise marode Infrastruktur vorgefunden hatte, musste sich angesichts der regelmäßigen und wachsenden Pilgerströme (momentan über 50.000 pro Jahr) dieser wichtigen Aufgabe stellen. In ihrem Engagement bestätigt und ermutigt wurde die Gemeinde durch eine Studie des Europäischen Tourismusinstitutes ETI in Trier (vom Juli 2003), die das Thema Spiritualiät und christliches Leben – Wege zur Neuorientierung als eines der Leitthemen für die touristische Entwicklung der Gemeinde Marpingen ausweist und zugleich im Einklang mit den touristischen Spitzenthemen des Saarlandes sieht.
Die 1. Phase des 1. Bauabschnittes umfasste die vollständige Umgestaltung der Marienquelle: den Bau einer Andachtsstätte, die Installation einer zentralen Wasserentnahmestelle und die Errichtung eines Sanitärgebäudes. Sie wurde bereits 2006 abgeschlossen. (Die Einweihung und Einsegngung erfolgte am 12. Mai 2006.) Die 2. Phase, die unmittelbar danach begonnen wurde, beinhaltete die Sanierung der Marienkapelle (außen und innen) und die Neugestaltung ihres kompletten Umfeldes (Verlegung und Neugestaltung der Außenverehrungsstätte und Ausbau des Verkaufspavillons zu einem Besucherzentrum). Diese Arbeiten wurden im Frühjahr 2008 zum Abschluss gebracht. (Die Einweihung und Einsegnung der sanierten Marienkapelle und Außenverehrungsstätte findet am 29. Mai 2008 statt.)
Die Marienkapelle ist eine schlichte Kapelle, die auf Beschluss des Gemeinderates Marpingen vom 17. Januar 1932 in unmittelbarer Nähe der „Erscheinungsstelle“ von 1876 errichtet wurde. Der Bau der Kapelle erfolgte in der Amtszeit des Gemeindevorstehers Peter Brill (30.11.1932 – 08.09.1935).
Die Marienkapelle ist eine Stätte der Besinnung, der inneren Einkehr und des Gebetes. Zuerst und vor allem ist sie aber eine Stätte der Verehrung der Gottesmutter. Ein sichtbarer Ausdruck dieser Verehrung sind die zahlreichen Votiftafeln, mit denen Menschen der Mutter Gottes Dank sagen für ihre Hilfe bei Krankheit und Not. Diese Tafeln, die früher an der Außenwand der Kapelle angebracht waren, befinden sich seit der Renovierung der Kapelle an einer eigens für diesen Zweck errichteten Wand.
Im Zuge der im Frühjahr 2008 abgeschlossenen Arbeiten im Außenbereich wurden folgende Maßnahmen durchgeführt: eine Außensanierung der Kapelle, eine Neugestaltung des Platzes einschließlich der Verlegung der „Grotte“, die Schaffung einer verkehrsberuhigten Fläche durch Anlegen eines Wendehammers im Eingangsbereich und eine Erweiterung des Servicegebäudes, in dem sich Sanitärräume und ein Verkaufsraum für Devotionalien befinden.
Im Jahre 1962 wurde der Pfad zwischen der Kapelle und der etwas höher gelegenen Marienquelle zu einem Kreuzweg mit großen Stationsbildern gestaltet. Die sogenannte Kreuzigungsgruppe, ein künstlerisch anspruchsvolles Ensemble fast lebensgroßer Figuren, das einige Jahre später aufgestellt wurde, schließt den Kreuzweg ab.
Die Quelle befindet sich am Ende des Kreuzwegpfades. Diese ist auch über mehrere Waldwege erreichbar, unter anderem auch vom „Sühnekreuz“ aus. Am Anfang der Quellenlichtung stand bis ins Jahre 2005 auch eine nicht mehr genutzte Badeanstalt. Sie war in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts erbaut und mit dem Wasser der Quelle bis in die 70er Jahre hinein betrieben worden. Im Zuge der Baumaßnahmen im Quellenbereich wurde das marode Gebäude abgerissen.
Am 12. August 2005 begannen die Arbeiten zur Sanierung der Quelle und völligen Neugestaltung ihres Umfeldes. Im Zuge der Baumaßnahme wurde nicht nur eine neue Andachtsstätte mit zentraler Wasserentnahmestelle errichtet. Zugleich installierte man auch eine Wasseraufbereitungsanlage und baute eine Toilettenanlage.
Im Rahmen einer feierlichen Einweihung und Einsegnung wurde die Marienquelle am 12. Mai 2006 wieder ihrer Bestimmung übergeben. Die zahlreichen Pilger, die Jahr für Jahr diese Stätte besuchen, können wieder sauberes Wasser zapfen. Darüber hinaus finden sie jetzt einen Ort vor, der seinen Charakter als Andachtsstätte bewahrt hat, gleichzeitig aber auch den heutigen Ansprüchen an eine touristische Infrastruktur voll und ganz gerecht wird.
Die Entstehung des „Sühnekreuzes“, das neben dem Bergmannskreuz am Exelberg steht, geht auf ein Gelübde der Marpinger aus dem Jahre 1699 zurück. Zwölf Familienhäupter aus dem von Seuchen heimgesuchten Marpingen wandten sich damals hilfesuchend an die Muttergottes, mit dem Wunsch, sie möge ihren Sohn Jesus Christus um Gnade bitten. Zur Abwendung der furchterregenden und sich schnell ausbreitenden Seuchen, insbesondere der Pest, gelobten sie, die Samstagnachmittage wie Sonntage zu begehen und dem Gebet zu widmen.
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